Wertsteigerung durch M&A in der Defence Industrie

Von Dr. Felix Baer & Dr. Mike Körner

Während sich die amerikanische Rüstungsindustrie in den vergangenen Jahrzehnten stark konsolidiert hat und man dort von Kundenseite bereits monopolistische Strukturen auf Anbieterseite fürchtet, so ist die europäische Verteidigungsindustrie aufgrund der schwachen gemeinsamen europäischen Außen- und Sicherheitspolitik und dem Beharren auf nationalstaatliche Souveränität noch stark fragmentiert. Als Folge der limitierten Heimatmärkte und der meist schwer zugänglichen europäischen Nachbarmärkte, spielt der weltweite Ex-portmarkt sowie „zivile“ Geschäftsbereiche als zweite Standbeine für europäische Defence Unternehmen eine zentrale Rolle.

Die Politik setzt in diesem stark reglementierten Markt die wichtigsten Rahmenbedingungen. Aufgrund der angespannten Sicherheitslage, dem starken Nachholbedarf an Ausrüstung und Investitionen rücken die Europäer in ver-schiedenen Initiativen stärker zusammen. Gemeinsame europäische Programme sowie eine Konsolidierung der europäischen Defence Industrie werden in Teilen der Politik als Mittel zur Steigerung der Effizienz gesehen, um wie es die Amerikaner ausdrücken würden „more bang for the buck“ zu erreichen.

Aber wie sehen M&A Transaktionen in der Verteidigungsindustrie aus der Sicht von Investoren aus? Wird durch Akquisitionen der Unternehmenswert gesteigert oder Wert vernichtet?

„M&A Transaktionen in der Verteidigungsindustrie können signifikant den Unternehmenswert steigern“

Dieser Frage ging der Autor Dr. Felix Baer in einer umfangreichen Studie nach. Sie untersucht die Werteffekte von M&A Transaktionen in der Verteidigungsindustrie auf Grundlage einer Event-Studie. Die Studie betrachtet erstmalig die Konsolidierung der Verteidigungsindustrie aus der Finanzmarktperspektive. Die Ergebnisse weichen von der landläufigen Meinung ab, dass M&A Transaktionen pauschal Unternehmenswert vernichten. Der differenzierte Blick auf die Übernahmen zeigt, dass ein Großteil der Transaktionen signifikant den Unternehmenswert steigert.

Hintergrund zur Studie

  • 174 M&A Transaktionen von börsennotierten Verteidigungsunternehmen wurden untersucht
  • Die untersuchten Transaktionen fanden von 1992-2016 in den USA und Europa statt
  • Die Studie untersucht Börsenkursänderungen während der Ankündi-gung einer Übernahme

Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse:

  • Hohe Übernahmeprämien: Beim Kauf von börsennotierten Verteidigungsunternehmen wird eine Übernahmeprämie von rund 30% gezahlt
  • Positive Werteffekte durch Konzentration: Der Aktienkurs des Käufers wird signifikant durch den Kauf von Unternehmen im Kerngeschäft (gleiche Industrie und Heimatmarkt) gesteigert (+6,7%)
  • Negative Werteffekte durch Diversifizierung: Der Unternehmenswert wird beim Kauf von Unternehmen außerhalb des eigenen Kerngeschäfts signifikant geschmälert (-3,5%)
  • Europäische Transaktionen: Transaktionen von europäischen Verteidigungsunternehmen zeigen eine ähnlich gute Performance wie US-amerikanische Firmen

Bei Interesse können Sie die komplette M&A Studie unter folgender eMail an-fordern: info@actrans.de